15August2013

Schneller auf den Markt kommen

Unternehmen können die Zeitspanne von der Entwicklung neuer Verfahren bis zum Anlauf der Produktion – neudeutsch Time to Market – deutlich verkürzen und ihre Wirtschaftlichkeit verbessern. Prof. Dr.-Ing. habil. Gerhard Schembecker von der Fakultät für Bio- und Chemieingenieurwesen der TU Dortmund fasst den Pool an Optimierungsansätzen unter der »50%-Idee« zusammen.

Ist das typische »German Engineering bis in die letzte Nachkommastelle« nicht mehr zeitgemäß? Von der Entstehung eines neuen Verfahrens im Labor bis hin zur Realisierung der Produktionsanlage vergehen nicht selten mehr als zehn Jahre. Bei den heutigen Innovationszyklen und volatilen Märkten ist das zu lang. Daher stehen viele Unternehmen vor der Aufgabe, ihre Planungs- und Realisierungszeiten deutlich zu verkürzen.

Auf einer Kundenveranstaltung von plantIng in Köln stellte Prof. Gerhard Schembecker von der TU Dortmund die »50%-Idee« vor – diesen Wert bezog der Wissenschaftler und Berater nicht nur auf die im Idealfall reduzierten Kosten und die verkürzte Planungsdauer, sondern auch auf die geforderte Genauigkeit der Anlage. Eine seiner provokanten Thesen war, dass man mit dem klassischen Ansatz des »German Engineerings« in zeitlich engen Szenarios nur selten erfolgreich sein wird. Hier müsse ein Kulturwandel eintreten.

Als wesentliche Hebel für eine Verkürzung der Durchläufe beschrieb er zwei Ansätze: Einerseits könne bereits in der Laborphase zur Verfahrensentwicklung ausschließlich Scale-up-fähiges Equipment genutzt werden. Andererseits helfe der konsequente Einsatz des Modularisierungskonzeptes während der Planungs- und Bauphase. »Dadurch kann es gelingen, auf zeitaufwendige Versuche in Pilot- und Technikumsanlagen zu verzichten«, konstatierte Schembecker. Zudem werde durch eine Verwendung von Planungs- und Konstruktionsmodulen die Möglichkeit geschaffen, einmal erbrachte Ingenieurleistungen projektübergreifend wiederzuverwenden.

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